Bietet die Ketamintherapie einen Ausweg aus der Depression?
Die Ketamintherapie ist eine neue Behandlungsmethode für schwere, therapieresistente Depressionen und damit verbundene psychische Erkrankungen. Ursprünglich als Anästhetikum entwickelt, wird Ketamin nun auf seine Fähigkeit hin untersucht, depressive Symptome schnell, manchmal innerhalb weniger Stunden, zu lindern. Das Medikament wirkt auf Glutamat, einen Neurotransmitter, der das Wachstum neuer Verbindungen zwischen Gehirnzellen stimuliert und so die Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit des Gehirns wiederherstellt. Ketamin wird meist intravenös verabreicht und kann eine vorübergehende dissoziative Erfahrung hervorrufen, während es gleichzeitig die mit der Stimmungsregulation und Resilienz verbundenen Bahnen aktiviert. Einige Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Stimmung, Motivation und Funktionsfähigkeit, allerdings auch von Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit und bei langfristiger starker Anwendung von Gedächtnisproblemen. Zwar gibt es eine von der FDA zugelassene Nasenspray-Version von Ketamin, doch die meisten Behandlungen erfolgen off-label in unabhängigen Kliniken mit unterschiedlichen Versorgungsstandards. Experten warnen, dass die Therapie kein Allheilmittel ist, Risiken des Missbrauchs birgt und nur in Betracht gezogen werden sollte, wenn andere Behandlungen versagt haben.
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