Hermann von Engelbrechten-Ilow über die Rettungs-Regeln für den Journalismus

Quelle: KIVVON ÜBERALL DABEI (Glomex)

Was muss getan werden, um den Journalismus für die Zukunft zu retten? Hermann von Engelbrechten-Ilow ist Jurist und hat sich aus seiner Perspektive intensiv mit der Entwicklung des Medienmarktes beschäftigt. In seinem Buch „Was läuft da schief im Journalismus? Warum es mit den Medien bergab geht und wie man ihnen aufhelfen kann“ (Herbert von Halem Verlag) hat er aufgearbeitet, was vor allem politisch und gesetzgeberisch getan werden muss, um eine seriöse Information der Öffentlichkeit dauerhaft sicherzustellen. Im Gespräch mit KiVVON-Chefreporter Frank Überall erläutert er beispielsweise, was ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum privaten Rundfunk aus den 1980er Jahren mit sozialen Netzwerken zu tun hat und welchen ordnenden Handlungsbedarf er daraus ableitet. „Im Netz wird mit Lügen Geld verdient“, spitzt der Fachmann zu und setzt sich dafür ein, Privilegien der Betreiber von Facebook & Co. zu überdenken. Empfehlungssysteme müssten sich an einem publizistischen Ethos orientieren. Von Engelbrechten-Ilow kritisiert auch Behörden wie Ministerien, die beispielsweise mit Podcasts ausufernd die Öffentlichkeit selbst informieren – in diesem Zusammenhang hat er auch die Bundesregierung verklagt. Die Rolle von Angela Merkel, Friedrich Merz oder Olaf Scholz wird in Buch und Gespräch genauso thematisiert wie die Idee eines „Spotify für Journalismus“. Zudem plädiert der Autor dafür, Abos für Tageszeitungen steuerlich absetzbar zu machen.

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